WILHELMSTRASSE 18, 52070 AACHEN
INFO@SUERMONDT-LUDWIG-MUSEUM.DE
TEL.: +49 241 47980-40

GEÖFFNET:
DI – SO 10.00 – 17.00 UHR
MO GESCHLOSSEN

 

Suermondt-Ludwig-Museum 1901

WILLKOMMEN
In der Villa Cassalette

Das Suermondt-Ludwig-Museum ist im ehemaligen Stadtpalais des Kratzenfabrikanten Eduard Cassalette untergebracht – von 1884 bis1888 im Stil der Neorenaissance erbaut. Schon damals beherbergten die prächtigen Räume auserlesene Kunstwerke.

GESCHICHTE DES Hauses

Das Suermondt-Ludwig-Museum geht in seinem Kernbau auf das Stadtpalais des Kratzenfabrikanten Eduard Cassalette zurück. Das Haus, das der Aachener Architekt Eduard Linse von 1884 bis1888 nach venezianischen Vorbildern im Stil der Neorenaissance erbaut hat, folgt dem Typ der großbürgerlichen Stadtvilla mit Kutscheneinfahrt und rückwärtig gelegenem Garten. 

Die Fassade ist dreigeschossig und reich dekoriert: Über einem Rustika-Erdgeschoss erhebt sich die Beletage mit Balkon und ionischen Doppelsäulen. Es folgt das zweite Geschoss mit korinthischer Säulengliederung, Puttenfries und abschließender Balustrade. In den Fensterzwickeln erscheinen allegorische Figuren mit Attributen aus Kunst und Handwerk. Neben Anregungen aus Italien sind auch Einflüsse aus der Kölner Ringstraßen-Architektur nachzuweisen.

Auch die Innengliederung mit umbauter, von oben belichteter Halle und seitlich angesetztem Treppenhaus zur Beletage entspricht historischen Vorbildern. Teile der ursprünglichen Kassettendecken und Wandmalereien sind noch in der Kutscheneinfahrt, im Treppenhaus und in einigen Räumen des Erd- und Obergeschosses erhalten und konserviert worden. Mächtige Kassettendecken mit allegorischen Malereien in den straßenseitig gelegenen Salons wechseln mit zarten Wanddekorationen in Foyer und Treppenhaus, welche im Stil pompejanischer Malerei Medaillons mit mythologischen Szenen zeigen. Im Treppengewölbe erscheinen die Allegorien der Malerei und der Baukunst mit dem Hausgrundriss; in der jetzigen Bibliothek sieht man Bilder von Pflanzen, Tieren und Himmelsillusionen, die den Bewohnern zusammen mit dem ehemaligen Wintergarten und dem rückseitigen Park ein Stück Natur in die Stadtvilla bringen sollten.

Museumsanbau 1901

Auch der Museumsanbau von 1901 orientierte sich mit seinen Oberlichtsälen und seinem hinteren Treppenhaus am historistischen Baubestand; der alte Wintergarten wurde entfernt, die Gartenanlagen überbaut. Die weitere Umbauung des rückseitigen Treppenhauses mit Kabinetträumen (1931) folgt einer versachlichten Museumskonzeption, die im Laufe der Zeit auch vieles vom Innendekor des Historismus hat verschwinden lassen.

Erweiterung 1992-1994

Die große Museumserweiterung von 1992-94 konzentrierte sich vor allem auf eine Einbeziehung des benachbarten Trümmergrundstückes und eine Modernisierung des Altbaues (Arch. Busmann & Haberer). Der Neubau erhielt neben den musealen Servicebereichen, einem Vortragssaal, dem Kupferstichkabinett und einem Museumscafé auch eine große Wechselausstellungshalle. Mit seiner gläsernen Hülle gibt der Anbau einen wirkungsvollen Kontrast zur steinernen Fülle des Altbaus, öffnet sich dem Betrachter und lässt im Obergeschoss oder in der Ausstellungshalle reizvolle Ausblicke auf die historistische Architektur zu. Die auf einer Stahlsäule aufgebaute, ausschwingende Konstruktion der neuen Fassade setzt in der strengen Axialität der Straßenflucht ein eigenes räumliches Merkzeichen. Ende 2010 erfolgte die letzte Modernisierungsmaßnahme: Der Kassenbereich und der Museumsshop wurden vom Foyer in die Kutscheneinfahrt verlegt und neu gestaltet.