WILHELMSTRASSE 18, 52070 AACHEN
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TEL.: +49 241 47980-40

GEÖFFNET:
DI – SO 10.00 – 17.00 UHR
MO GESCHLOSSEN

 

sammlung

italienische & spanische kunst

 

Virtuoser Umgang mit Licht und Schatten

Das Suermondt-Ludwig-Museum gehört neben Häusern in München, Berlin und Dresden zu den einzigen vier Museen in Deutschland, die spanische Bilder besitzen.

 

Francisco de zurbarán | um 1640

Hl. Franziskus von assisi

GIOVANNI BATTISTA SALVI, gen. IL SASSOFERRATO

betende maria

Spanische schule | 2. hälfte 16. jh.

kreuztragender christus

JACOPO ROBUSTI, GEN. TINTORETTO |
UM 1640 – 1650

MÄNNERPORTRÄT IN HALBFIGUR

Von Tintoretto bis Zurbarán

Rom, Florenz und Venedig waren im ausgehenden 16. Jahrhundert die bedeutendsten Kunstzentren Italiens. Von dort gingen durch Maler wie Raffael, Tizian, Annibale Carracci und Michelangelo da Caravaggio wichtige Impulse für den stilistischen Wandel der Kunst in Europa aus. Giovanni Salvi (Il Sassoferrato) zum Beispiel orientierte sich in seinen Kompositionen überwiegend an Raffael. Tintoretto griff in seiner Porträtmalerei den venezianischen Bildtypus Tizians auf, indem er eine dunkel gekleidete Person vor neutral grauem Hintergrund zeigte. Vor allem aber war es Caravaggio, der mit seiner dramatischen Form der Hell-Dunkel-Malerei, dem tenebrismo (ital. „finster, dunkel“), die nachfolgende Generation der Barockmaler inspirierte und prägte. Dessen Nachahmer Bartolomeo Manfredi gilt bis heute als eine der großen Schlüsselfiguren des internationalen Caravaggismus. Der in Neapel ansässige Spanier Jusepe de Ribera führte diese Manier weiter fort und beeinflusste indirekt auch seinen Landsmann Francisco de Zurbarán, der im Dienst glaubensstrenger Mönchsorden stand. Im gegenreformatorischen Spanien stieß er mit seinen religiösen Sujets bei seinen überwiegend kirchlichen Auftraggebern auf großes Interesse. Anders als in den nördlichen Niederlanden spielte dort das Bürgertum als Auftraggeber oder Käufer von Kunst kaum eine Rolle. Besonders Zurbaráns Darstellungen des Hl. Franziskus, den er in mehr als 50 Versionen malte, zeichnen ihn als virtuosen Meister im Umgang mit Licht und Schatten aus.

Andreas Von Schepeler (1780-1849) – ein großer Sammler spanischer Kunst

Die Mehrzahl der spanischen Gemälde im Suermondt-Ludwig-Museum stammt aus der im 19. Jahrhundert international bekannten Sammlung des Oberst Andreas Daniel Berthold von Schepeler, eines deutschen Offiziers, der als Diplomat, Historiker, Militärtheoretiker, Literat und Kunstsammler tätig war. Er besaß eine der bedeutendsten Gemäldesammlungen vor allem spanischer und niederländischer Kunst. Seine Sammlung wurde von ihm selbst in Spanien zwischen 1815 und 1832 zusammengetragen. Die Stücke stammten größtenteils aus dem Besitz adeliger Familien, die nach der Revolution in Spanien ihren Kunstbesitz verkaufen mussten. Drei Jahre nach seinem Tod kaufte Barthold Suermondt 1852 Schepelers Sammlung, die rund 150 Bilder umfasste. Viele davon finden sich in der ehemaligen Sammlung Suermondt in Berlin, wohin der erste Teil seiner Kunstwerke 1874 verkauft wurde. Allerdings sind einige wichtige Stücke in Aachen geblieben, so etwa der Kreuztragende Christus.