Vortragsreihe: „Praymobil“ aus Expert*innensicht
5. Februar // 19.00 – 20.15
Gottessuche und Spiellust: Zur prekären Grenze des Heiligen und des Profanen
Der Wunsch, das Mysterium des Heilsgeschehens sinnlich erfahrbar zu machen – „vor Augen zu stellen“ – führte von der kargen Präsentation des leeren Ostergrabs zu einer immer weiter ausgreifenden Spielpraxis mit immer ausgefeilteren Objekten. So entstand zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit eine Vielzahl von liturgischen Spielen, bis sie schließlich die eigentliche Botschaft und ihren Ernst zu überwuchern schienen. Während auf der einen Seite unter dem Eindruck der Reformation und ihrer Bildeskepsis viele dieser Objekte und Praktiken aus den Kirchenräumen verschwanden, fanden sie ein neues Leben in Kunst und Theater.
Der Vortrag versucht das Spannungsfeld zwischen dem Heiligen und Profanen beispielhaft auszuleuchten und einen Einblick in die reiche Welt von Frömmigkeit und Spielfreude zu bieten.
Mit Theaterwissenschaftler Prof. Dr. Peter W. Marx, Universität zu Köln
Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Praymobil. Mittelalterliche Kunst in Bewegung“
Im SLM, Vortragssaal – kostenfrei, ohne Anmeldung